Archiv der Kategorie: Klimaschutz

Newsletter von Hans-Josef Fell

Liebe Leserinnen und Leser,

Was kann ich denn gegen die drohende Erdüberhitzung tun?
Gründen Sie örtliche Initiativen, wie die IG OMa!

Immer mehr Menschen sehen die rasant fortschreitende Erderwärmung und wollen etwas dagegen tun, aber fühlen sich ohnmächtig gegen diese Übermacht der Klimazerstörer aus der fossilen und Atomindustrie und den vielen von ihnen beeinflussten Entscheidungsträgern.

Doch es gibt einen Weg: fangen sie selbst an, bei sich zu Hause und begeistern sie andere in der Dorf- und Stadtgemeinschaft gemeinschaftlich das Solare Zeitalter selbst zu einzuläuten.

Mit Millionen von solchen Initiativen wird sich der Planet zum Positiven ändern. In allen Ecken der Welt gibt es solche dezentralen Initiativen. Sie nehmen immer mehr Fahrt auf und können zur entscheidenden Strategie werden, das Versagen der Weltgemeinschaft zu verhindern.

Die Überwindung des fossilen Zeitalters ist eine Aufgabe, die von der gesamten Menschheit gemeistert werden muss. Dazu müssen alle gesellschaftlichen Strukturen auf allen Ebenen des Zusammenlebens von dieser Einsicht durchdrungen werden, also in jedem Dorf, und in jeder Stadt. Je mehr Privatleute, Dörfer und Städte es für sich organisieren, um so schneller verlieren die alten Konzerne ihre Marktmacht. Wer kein Erdöl, kein Erdgas, keinen Kohle- und Atomstrom mehr kauft, trägt zum Ende der Konzerne bei, die zu einem großen Teil für die Klimaerhitzung verantwortlich sind. Leuchtende Beispiele dafür, wie man es vor Ort organisiert, gibt es tausende. Jeder, der eine neue Initiative vor Ort gründet, beschleunigt den positiven Prozess von unten.

Ein tolles Beispiel habe ich letzte Woche im Allgäu besucht. Geladen wurde ich für einen Vortrag, warum Klimaschutz so wichtig ist und was man tun kann, um ihn angesichts der großen Blockaden doch zu erreichen.

Die IG OMa hat nichts mit einer alten Oma zu tun, sondern ist eine lebendige, schnell wachsende, dörfliche Initiative, die nicht nur Klimaschutzaktivitäten, sondern zudem das dörfliche und kulturelle Zusammenleben fördert. Mit der Gründung eines gemeinnützigen Vereines wurden vor fünf Jahren die Grundlagen geschaffen, um in den Dörfern Oberdorf und Martinszell (OMa) Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung und kulturelles Leben zu stärken. Seitdem hat der Verein viele erfolgreiche Initiativen gestartet und sowohl seine Aktivitäten als auch seine Mitgliedszahlen wachsen stetig.

Die IG Oma, ausgeschrieben „Interessensgemeinschaft zur Förderung der dörflichen Entwicklung in Oberdorf und Martinszell“, hat Vortragsveranstaltungen zur Wissensbildung und politischen Diskussion organisiert, den alten Bahnhof als Vereinsheim und kulturellen Mittelpunkt aufgekauft und zur kulturellen Begegnungsstätte umgebaut und organisiert kleine Messen und Ausstellungen, so dass junge, örtliche Unternehmen ihre Kunden für nachhaltige Produkte finden können:

Hierbei handelt es sich z.B. um Hersteller von erdölfreien Kosmetika oder Kerzen; regional erzeugte Biolebensmittel; Dienstleister, die Waren des Supermarktes mit dem Fahrrad zum Kunden liefern oder ein Bürgerbusangebot geschaffen haben; Unternehmen, die giftfreie und Lithiumfreie Batterien für Solaranlagen liefern; E-Mobilitätsanbieter; Händler, die ihre Waren verpackungsfrei oder aus fairem Handel verkaufen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Diese kleinen Messen bringen die Menschen, die nach einem ökologischen Lebensstil suchen, mit den kleinen Unternehmen zusammen, die genau solche Produkte und Dienstleistungen anbieten. So kann jeder, Zug um Zug, seinen Lebensstil von klimazerstörenden Lebensweisen befreien. Wohlstand, regionale Entwicklung, Kultur und dörfliches Gemeinschaftsleben können so wieder wachsen.

Jeder und jede können in ihrer Gemeinde ähnliches auf den Weg bringen. Schauen Sie sich um, ob es in ihrer Nähe schon eine ähnliche Initiative gibt und engagieren Sie sich. Falls nicht, gründen Sie eine neue. Das genau ist die Antwort auf die hilflose Frage: Was kann ich denn gegen die Erdüberhitzung tun?

Und wenn diese Bewegung von unten wächst, dann wird sie auch von Entscheidungsträgern wahrgenommen. Das Wort der vielen Initiativen gilt dann etwas und dann bewegt sich auch der verkrustete, fossile, politische Apparat.

Berlin, 03. Mai 2019

Ihr Hans-Josef Fell

Gute Ideen für ein gutes Klima!

„Stellwerk Zukunft“ gestartet – Beeindruckender Auftakt

Konzentriert und fasziniert, immer wieder alarmiert und am Ende entschlossen motiviert – so zeigte sich das Publikum bei der Eröffnung der neuen Klimaschutz-Initiative „Stellwerk Zukunft“. Gastredner Hans-Josef Fell hatte die knapp 200 Gäste in der Mehrzweckhalle Oberdorf über eine Stunde lang auf gleichermaßen begeisternde wie erschreckende Art über den aktuellen Zustand unseres Planeten informiert. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Präsident der Energy Watch Group wählte dabei sehr klare und ganz deutliche Worte: Wenn es uns nicht gelingt, die CO2-Emissionen weltweit bis spätestens zum Jahr 2030 auf Null zu reduzieren, dann wird der globale Temperaturanstieg die magische Grenze von 1,5 Grad überschreiten und unabsehbare Folgen für die gesamte Menschheit nach sich ziehen.

Nach einem schonungslosen Blick auf die bereits eingetretenen Folgen (Hochwasser, Stürme, Dürrekatastrophen…) und noch drohenden Konsequenzen des Klimawandels zeigte der Botschafter für 100 Prozent Erneuerbare Energien aber auch viele Ansätze und Lösungen auf, wie wir aus dem nachlässigen einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen entwickeln können: Schluss mit fossilen und atomaren Energieträgern, stattdessen Strom und Wärme aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. E-Mobile statt Verbrennungsmotoren. Bewusster Konsum schonend und regional erzeugter Produkte, Verzicht auf Verpackungsmaterialien…

( https://twitter.com/HJFell/status/1122126457491394560 )

Globale Ideen und Impulse, die gleich am nächsten Tag konkret und vor Ort vorgestellt und erklärt wurden: Gut ein Dutzend Firmen, Verbände, Vereine und Unternehmer präsentierten auf dem Bahnhofsvorplatz ihre Vorschläge für eine größere Nachhaltigkeit. Das Angebot reichte von Kerzen aus nachwachsenden Rohstoffen über e-mobile Lastenfahrräder bis hin zum intelligenten Batteriespeichersystem für den Privathaushalt.

Im regengeschützten Carport der Bahnhofsnachbarn Hupfauer gaben sich im 30-Minuten-Rhythmus die Referenten das Mikrophon in die Hand: Claudia Mayer stellte die ZAK-Box zur nachhaltigen Wieder- und Weiterverwendung von nicht mehr benötigten Haushaltsgeräten vor, Markus Stoll vom gleichnamigen Martinszeller Elektrounternehmen sprach über die neueste Salzwasserbatterie und intelligente Vernetzungen, Herbert Beck und Melanie Steiner informierten über den öffentlichen Personennahverkehr, Peter Bantele von den Stadtflitzern Kempten machte Lust auf Carsharing, Hugo Wirthensohn warb für nachhaltiges Bauen mit Holz, der ortsansässige Energieberater Andreas Brekle informierte passend dazu über natürliche Bau- und Sanierungsmethoden und Sabine Fischer erzählte mit viel Begeisterung von den Produkten aus Allgäuer Heumilch.

Unter dem Stichwort „Ideenbörse“ präsentierte das Stellwerk-Zukunft-Team am eigene Infostand ganz niederschwellige Angebote und Vorschläge für jedermann:

Und auch hinter den Kulissen war das Team der IG OMa an diesem Tag freilich im Großeinsatz: Das Backhaus-Team produzierte leckere Backhausfladen mit Kartoffeln, Zwiebeln oder Speck in Serie, die Vereinsjugend verkaufte Getränke und bediente den Spülwagen, an der Theke im mollig warmen Bahnhof wurden literweise Tee, Kaffee und ungezählte Stücke hausgemachte Kuchen ausgegeben.

Zugegeben: Das Wetter hätte an diesem Samstag durchaus besser sein können. Wo wir uns schon extra fürs Klima ins Zeug gelegt haben. Vielleicht aber waren die ungemütlichen Temperaturen und der häßliche Nieselregen ja schon die ersten spürbaren Erfolge in unserem Bemühen, dem bedrohlichen Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen entgegen zu wirken. Wie auch immer! Wir lassen nicht locker. Und machen weiter! Die nächste Aktion in der Reihe „Stellwerk Zukunft gibt es bereits am kommenden Sonntag:
Sonntag, 5. Mai, 11 bis 13 Uhr: Kleidertausch Im Bahnhof: Für Damen jeden Alters und jeder Konfektionsgröße. Nachhaltige Abwechslung im Kleiderschrank. Mitbringen & Mitnehmen. Heißt Tauschen & Verschenken statt Kaufen & Wegwerfen. Eintritt: Ein kleiner kulinarischer Beitrag zum gemeinsamen Mittagsbuffet!